NABU-Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim

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Aktiv im Naturpark Moor

Lebensräume schaffen und erhalten, Wissen weitergeben

Der Internationale Naturpark Bourtanger Moor/Barger Veen ist Schwerpunkt des neuen NABU Moor-Projektes. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen. Da gerade in den moornahen Gemeinden bislang relativ wenig Veranstaltunen stattfanden, wurde ein Arbeitskreis Naturführer gegründet. Auf gemeinsamen Vorexkursionen werden Tipps und Tricks vermittelt, wie und wo man das Moor am besten erleben kann.

Ein weiterer Baustein ist die Durchführung von praktischen Landschaftspflegeaktionen. Tiere und Pflanzen in naturnahen Restmooren sind ideales Startkapital, um die weitläufigen, industriell abgetorften und wiedervernässten Moorflächen wieder zu besiedeln. Torfmoose, Wollgras und Glockenheide könntensich von hier aus in die neu hergerichteten Flächen ausbreiten. Sogar Kreuzottern und der akut vom Aussterben bedrohte Südliche Goldregenpfeifer wurden in den Randflächen beobachtet. Zunehmender Birkenaufwuchs entzieht diesen wertvollen Bereichen jedoch das Wasser und damit die Lebensgrundlage. Der NABU hat daher ein Team von freiwilligen Helfern zusammengestellt, die das Moor "entkusseln", also vom Gehölzbewuchs befreien. Hier heißt es kräftig zupacken - und vom Alltag mal richtig abschalten.

Außerdem wendet sich der NABU an Gartenbesitzer in den Moorrandgebieten. Der saure Torfboden, der einerseits sehr nass ist, bei Abtrocknung aber das Wasser schlecht wieder aufnimmt, stellt eine besondere Herausforderung für den Gärtner dar. Die Grundstücke in den Ortschaften an den Moorrändern sind oft sehr lang und grenzen direkt an die großen Abtorfungs- bzw. Vernässungsflächen an. Werden die hinteren Bereiche der Grundstücke naturnah gestaltet, können hier wunderschöne, lebendige Ortsränder entstehen.

Der NABU bietet Gartenbesitzern bei der Umgestaltung Rat und Hilfe an. Bei der Anlage einer Blumenwiese sollte man spezielle Ansaatmischungen mit Arten aus Nordwestdeutschland wählen. Für diese Region geeignete Mischungen enthalten Kräuter wie Schafgarbe, Johanniskraut und Rote Lichtnelke, die von zahlreichen Insekten besucht werden. Auch bei der Auswahl der Fruchtsträucher hat der NABU ein paar Tipps speziell für die Moorregion bereit. Die Reifweide etwa blüht besonders früh im Jahr und liefert den Bienen Nahrung. Auch der heimische Faulbaum, der sogar schattige Standorte erträgt, ist durch seine lange Blütezeit eine ausgezeichnete Bienenweide. In keinem Naturgarten fehlen darf die anspruchslose Vogelbeere, ein kleinkroniger Baum, von dessen Beeren 63 Vogelarten naschen.
Teambesprechung im Moor (Foto: J. Over)
Vogelbeeren (Foto: S. Fuchs)