Grünlinge sterben an Futterstellen

Aus allen Teilen der Region wurden dem NABU in diesem Sommer tote Grünlinge gemeldet.  Der NABU hatte dies zum Anlass genommen, Proben an das Veterinärinstitut in Oldenburg zu senden. Dort stieß man auf den Erreger Trichomonas, ein einzelliges Geißeltierchen. Der hochinfektiöse Erreger löst eine heftige Rachenentzündung aus. Ein zäher Schleim überzieht von innen den Kropf. Mit ausgebrochenem Nahrungsbrei gelangt der Erreger dann wieder aus dem Körper oder wird beim Trinken ins Wasser abgegeben.

 

Gemeinsam haben alle beobachteten Fälle, dass sie in der Nähe von Sommerfutterstellen auffielen. Sommerfutterstellen sind ideale Ausbreitungszentren für Salmonellen, Trichomonaden und weitere Krankheitskeime. Nicht nur deswegen rät der NABU zum Verzicht auf Vogelfütterung im Sommer: 

 

Viele Gartenvögel sind Insektenfresser. Zaunkönig, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Heckenbraunelle und Grasmücken benötigen Insekten als Nahrung. Aber auch Meisen und Amseln füttern die Brut mit Würmern und Blattläusen. Außerdem brauchen Vögel mehr, als nur einen gefüllten Futternapf. Sie möchten im Laub scharren, trockene Hälmchen für den Nestbau suchen, sie brauchen Sandbäder, Sitzwarten und Gebüsche als Versammlungs-, Schlaf- oder Nistplatz.

 

Wer den Vögeln helfen möchte, sollte ihnen vielfältige Strukturen im Garten anbieten, Staudenbeete, die Insekten anziehen, heimische Beerensträucher, Reisighaufen und liegengelassenes Laub. Wer Wasser im Garten anbieten möchte, sollte dies an verschiedenen, wechselnden Stellen tun, damit sich in der Tränke keine Krankheitserreger anreichern können.

 

 

Funde von toten Grünfinken können beim NABU, Tel. 05931-4099630 gemeldet werden. Dort gibt es auch Tipps zur Anlage eines naturnahen Gartens für Vögel.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Meier Leonhard (Mittwoch, 01 August 2018 14:31)

    Meine Sehr geehrten Damen und Herren,ich Füttere im Sommer nicht nur im Winter die Freilebende Vögel seit circ. 6 Wochen habe ich an verschiedenen Tagen 4 tote Grünfinken gefunden,ich kann mir nicht erklären wieso ich habe ab sofort das füttern eingestellt nach dem ich Ihren Bericht gelesen habe,ich Stelle auch kein Wasser mehr hin ,was kann ich noch tun damlt sich dieser Erreger nicht wieder ausbreitet?

    Mfg
    Leonhard Meier

  • #2

    Jutta Over (Donnerstag, 02 August 2018 09:52)

    Hallo, Herr Meier, das ist beunruhigend und leider nicht die erste Meldung dieser Art, die wir in diesem Jahr erhalten. Wie bereits oben erläutert, sind Sommerfutterstellen gerade bei den jetzt herrschenden Temperaturen ideale Ausbreitungsstätten von Krankheitskeimen. Die Grünlinge erkranken regelmäßig an einer Trichomonadeninfektion und sterben daran. Wir raten daher von einer Sommerfütterung ab. Es gibt viele andere Möglichkeiten, den Vögeln zu helfen. Viele Anregungen und Downloads finden Sie in dem Bereich "Natur im Garten" auf dieser Website. Allerdings ist es wichtig, Wasser anzubieten. Sie können die Tränken täglich gründlich mit heißem Wasser auswaschen (bitte ohne Desinfektionsmittel) und ausscheuern, wegen der Schleimschicht, die sich sonst an den Wänden bildet. Oder Sie stellen mehrere Tränken auf und lassen abwechselnd eine Tränke für 24 Stunden komplett austrocknen. Bei Hitze und Trockenheit können die Krankheitskeime nicht lange überleben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei. Mit freundlichen Grüßen,

    Jutta Over, NABU Emsland/Grafschaft Bentheim