Immer mehr Mastställe

In unserem Parteiencheck zur Landtagswahl hat die Landwirtschaftspolitik einen hohen Stellenwert.
In unserem Parteiencheck zur Landtagswahl hat die Landwirtschaftspolitik einen hohen Stellenwert.

100.000 neue Hähnchenmastplätzen in Lohe, 3.000 Schweinemastplätze in Groß Hesepe und Legehennen/-hähneaufzuchtställe mit insgesamt 84.000 Plätzen in Sustrum – das sind die aktuellen Genehmigungsverfahren, zu denen wir derzeit Stellungnahmen  abgegeben oder vorbereiten. Seit 25 Jahren ist das Wachstum der industriellen Tierhaltung fast ungebrochen. Lediglich einige  Atempausen gab es, nämlich, als der Landkreis Emsland auf Druck des NABU 2010 die Genehmigungspraxis verschärfte und Keimgutachten sowie Brandschutzgutachten forderte. Außerdem wurde 2013 das Baurecht geändert. Insgesamt sind die durch Massentierhaltung verursachten Probleme jedoch keineswegs geringer geworden.

 

Das Höfesterben hat ein neues Rekordhoch erreicht: Die Zahl der Schweinehalter ist seit 2010 bundesweit um ein Drittel gesunken. Agrarfabriken verdrängen die kleineren Betriebe.

 

 

Das Grundwasser ist heute vielerorts durch ausgebrachte Gülle so hoch mit Nitrat belastet, dass die EU 2016 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat. Nur durch konsequente Kontrollen der Düngevorschriften kann sich auf Dauer die Situation bessern.

 

 

Weiterhin wird in Deutschland im Akkord geschlachtet. Geleistet wird dies an vielen Standorten von schlecht bezahlten Arbeitskräften etwa aus Bulgarien oder Rumänien. Die niedrigen deutschen Tierhaltungs- und Schlachtkosten zwingen Betriebe in unseren Nachbarländern zur Aufgabe. Hinzu kommt, dass als Folge der Globalisierung Billigfleisch ins Ausland exportiert wird, wo es lokale Viehhalter ruiniert.

 

 

In Niedersachsen hat sich in den letzten Jahren unter  Agrarminister Christian Meyer im Bereich des Tierschutzes allerdings viel Positives getan. Das Schnabelkürzen bei Lege- und Junghennen wurde 2016 verboten, in Schlachthöfen werden die Fußballen von Masthühnern geprüft, um Fehler in der Haltung aufzudecken, Pekingenten müssen nun Wasser im Stall haben und Kälber dürfen nur noch mit Betäubung enthornt werden. Trotzdem besteht an vielen Stellen noch weiterer Handlungsbedarf.

 

Nun ist der Verbraucher gefragt: Bitte bevorzugen Sie beim Fleischkauf Fleisch aus artgerechter Haltung! In der Region gibt es zwar noch nicht viele, aber doch immer mehr Angebote von Tierhaltern, die mit ihrem Tierbestand Naturschutzflächen pflegen und sich der Nachhaltigkeit verpflichtet sehen. Hier finden Sie unsere naturschutzfachlichen Forderungen zur Landtagswahl und einen Parteiencheck zur Landtagswahl.