Geplanter Maststall in Lohne: Nachteile für Anwohner nicht berücksichtigt

Nicht nur für den Grünspecht könnte ein geplanter Maststall zum Problem werden. (Foto: Armin Siemering)
Nicht nur für den Grünspecht könnte ein geplanter Maststall zum Problem werden. (Foto: Armin Siemering)

Zu dem Genehmigungsverfahren für einen geplanten Schweinemaststall mit 1.560 Plätzen in Lohne haben wir eine kritische Stellungnahme abgegeben. Die möglichen Auswirkungen auf die Anwohner wurden nicht ausreichend untersucht. So finden sich in den Planungsunterlagen keine Aussagen über gesundheitsgefährdende Bioaerosole. Auch auf die Erstellung eines Keimgutachtens wurde vom Landkreis Grafschaft Bentheim, der zuständigen Genehmigungsbehörde, verzichtet. Dabei ist das nächste Wohnhaus nur 120 m und ein allgemeines Wohngebiet nur 180 m von der geplanten Anlage entfernt. Zudem sind bereits zahlreiche andere Tierhaltungsanlagen in unmittelbarer Nähe vorhanden, so dass von einer erheblichen Vorbelastung auszugehen ist. Des Weiteren fehlt ein Schallschutzgutachten und die Gesamtgeruchsbelastung für die Anwohner ist auch nicht ermittelt worden.

 

Um die bedrohten Bestände von Fledermäusen, Steinkauz und Grünspecht zu stützen, hatte Gutachter des Landwirts vorgeschlagen, eine Streuobstwiese anzulegen. Aber sogar diese Ausgleichsmaßnahme wird von der Genehmigungsbehörde als verzichtbar angesehen. Außerdem ist mit erheblichen Stickstoffbelastungen der angrenzenden Waldbestände zu rechnen.

 

Wir hoffen nun, dass die Planungsunterlagen aufgrund unserer Stellungnahme überarbeitet werden und die öffentliche Auslegung noch einmal wiederholt wird. Auf jeden Fall kann aber jeder noch bis zum 12. Januar 2018 weitere Einwendungen zu dem Vorhaben beim Landkreis einreichen.

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Lesen Sie hier unsere ausführliche Stellungnahme!
Noch bis zum 12. Januar 2018 kann jeder weitere Einwendungen zu dem Vorhaben beim Landkreis Grafschaft Bentheim einreichen.
NABU-Stellungnahme Schweinemast Lohne.pd
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