Wieder tote Grünlinge

Foto: Rolf Jürgens
Foto: Rolf Jürgens

Kaum steigen die Temperaturen, haben es auch Krankheitskeime wieder leichter, sich zu verbreiten. Bereits mehrere Meldungen von toten Grünlingen gingen beim NABU ein. In der Regel stammen die Totfunde aus Gärten, in denen eine Ganzjahresfütterung stattfindet. Diplom Biologin Jutta Over warnt in diesem Zusammenhang davor, Massenfutterstellen für Vögel in den warmen Monaten zu betreiben. Auch wenn die Futterstellen regelmäßig gereinigt würden, könne man kaum vermeiden, dass sich Salmonellen, Trichomonaden und weitere Krankheitskeime an den Futtergeräten und am Boden darunter festsetzen und immer neue Vögel befallen.

 

Aber nicht nur deswegen rät die Biologin von der Vogelfütterung im Sommer ab. „Der Gedanke, den Vögeln nur durch das Anbieten von Körnerfutter zu helfen, greift zu kurz. Zunächst einmal sind sehr viele Gartenvögel Insektenfresser. Zaunkönig, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Heckenbraunelle und Grasmücken benötigen Insekten und deren Raupen als Nahrung. Aber auch Meisen und Amseln füttern die Brut mit Würmern und Blattläusen.“

 

Im Übrigen bräuchten Vögel mehr, als nur einen gefüllten Futternapf. Sie möchten im Laub scharren, trockene Hälmchen für den Nestbau suchen, sie brauchen Sandbäder, Sitzwarten und Gebüsche als Versammlungs-, Schlaf- oder Nistplatz.

 

Durch vielfältige Strukturen wie Staudenbeete, die Insekten anziehen, heimische Beerensträucher und einen schön berankten Reisighaufen erzielt man den größten Effekt für die Natur. Man müsse nicht gleich den ganzen Garten umgestalten, ein oder zwei kleine „wilde Ecken“ reichen häufig schon aus. Die Tiere nehmen solche Angebote meist umgehend an und es bieten sich spannende Beobachtungsmöglichkeiten für die ganze Familie. Wer Wasser im Garten anbieten möchte, sollte dies an verschiedenen, wechselnden Stellen tun, damit sich in der Tränke keine Krankheitserreger anreichern können.

 

Viele Tipps zur vogelfreundlichen Gartengestaltung gibt es hier!