Amseln sterben auch im Emsland

In unserer NABU-Geschäftsstelle gehen nun täglich zahlreiche Meldungen über sichtlich erkrankte oder verendete Amseln ein. Traurig! Einen Frühling ohne Amselgesang darf man sich gar nicht vorstellen! Wie gehen wir jetzt damit um? Hier die wichtigsten Informationen:

 

Bei den meisten gefundenen toten oder kranken Amseln (oder anderen Vogelarten) liegt der Verdacht nahe, dass diese Vögel am Usutu-Virus erkrankt bzw. anschließend daran verstorben sind. Dieses Amselsterben tritt seit 2011 in Deutschland auf. Seitdem breitet sich das Virus im Bundesgebiet aus und führt vor allem dort, wo das Virus erstmalig auftritt zu vielen Todesopfern. In diesem Jahr scheint das Virus besonders aktiv zu sein und in größeren Gebieten Deutschlands erstmalig aufzutreten.


Mehr Informationen zu diesem Phänomen und aktuelle Infos zum derzeitigen Auftreten finden Sie hier.
Um das Vorkommen und die Ausbreitung des Virus zu dokumentieren, bitten wir darum, kranke und mutmaßlich an der Krankheit verstorbene Amseln oder andere Vögel mittels Online-Formular an uns zu melden. Aufgrund der sehr großen Zahl an Meldungen, die bei uns eingeht, können wir diese Informationen leider nicht selber aufgrund Ihrer E-Mail dort eintragen. Am Ende jedes Jahres nehmen wir eine detaillierte Bewertung der Meldungen und eine Auswertung des Auftretens vor.


Zudem ist unser Kooperationspartner, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNI), auch in diesem Jahr an einer Einsendung verdächtiger, an Krankheit gestorbener Amseln oder anderer Vögel interessiert, damit ein entsprechender Labornachweis des Virus erbracht werden kann. Eine Anleitung zur Einsendung frischtoter oder eingefrorener Amseln finden Sie auf oben genannter Meldeseite im Internet oder nachstehend zum Download. Das Institut würde den Vogel kostenlos untersuchen und Ihnen das Ergebnis mitteilen, allerdings müssten Sie die Portokosten selber übernehmen.


Häufig als Usutu-Anzeichen gemeldete Gefiederanomalien wie abstehende Federn oder nackte Körperstellen sind nach unseren zwischenzeitlichen Erfahrungen jedoch nicht auf Usutu-Erkrankungen zurückzuführen, insbesondere dann, wenn die betroffenen Vögel lange überleben. Usutu-kranke Amseln sterben meist innerhalb weniger Tage.


Leider kann man Usutu-Infektionen von Amseln oder anderen Vogelarten weder verhindern noch behandeln. Wir können lediglich die einmalige Chance nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen. Um Amseln und anderen Vögeln dabei zu helfen, mit solchen Problemen klarzukommen, ist es aber wichtig, ihnen in unseren Gärten möglichst gute Lebensbedingungen zu bieten. Viele Tipps und Infos zu diesem Thema finden Sie hier.

 

Foto: Erhard Nerger

 

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Helfen Sie, den Usutu-Virus besser zu erforschen!
Informationen zum Einsenden verendeter V
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