Vogelzählschule in Werlte

Blaumeise oder Kohlmeise? Grünfink oder Buchfink? Viele Kinder kennen heute mehr Automarken, als Vogelarten. Dabei sind gerade Kinder im Grundschulalter begeistert, wenn man mit ihnen die Natur erkundet und sich Zeit nimmt für gemeinsame Beobachtungen. Hierzu möchte der NABU mit seinem Projekt „Vogelzählschulen“ anregen.

 

Die Grundschule Werlte wurde nach einem erfolgreichen Projektantrag beim NABU als eine von 40 „Vogelzählschulen des Nordwestens“ ausgewählt und erhält eine Vogelfutterstation für den Schulhof. Die ersten Pakete mit hochwertigen Futtergeräten und Spezialfutter sind nun eingetroffen und wurden von den Kindern ausgepackt.


Darüber freut sich Rektorin Mechthild Wigbers und bedankt sich bei Jutta Over (NABU) und Reinhold Menke (OLB Werlte) für die Auswahl der Grundschule Werlte und die Finanzierung des Projektes. Insgesamt 40 Schulen des ehemaligen Regierungsbezirks Weser-Ems werden mit verschiedenen Futtergeräten und –sorten ausgestattet. In Werlte findet der Aufbau der Futtergeräte auf dem Schulgelände durch die Forscher-AG mit Lehrer Jan Zurborg statt. Schülerinnen und Schüler können dann in den Monaten Dezember bis Februar die heimischen Vogelarten an der Futterstation erfassen. Damit möchte der NABU dem Rückgang von Artenkenntnis in der Bevölkerung entgegenwirken. Außerdem ist Wissen rund um die Vogelfütterung gefragt wie lange nicht mehr. Die NABU Regionalgeschäftsstelle in Meppen hat schon viele Anfragen zu diesem Thema beantwortet. Es ist nämlich gar nicht so einfach, den verschiedenen Vorlieben unsere Gartenvögel gerecht zu werden: Für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern, die mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet sind, eignen sich energiereiche Samen wie Hanfsaaten, Sonnenblumenkerne und Erdnüsse. Auch Meisen mögen solche Speisen. Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig und Amseln sind Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie und Mohnsaaten die beste Stärkung. Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung auch am Boden und fressen Kleintiere, die sich in der Laubstreu versteckt halten. Daher gehört es zu einem vogelfreundlichen Garten unbedingt, Laubhaufen, Reisig und abgeblühte Stauden an einigen Stellen liegen zu lassen.


Die Grundschule Werlte ist auch deshalb ausgewählt worden, weil sie über einen naturnahen Schulhof mit vielen Gehölzen verfügt. Außerdem ist ersichtlich, dass sie das Projekt nachhaltig in ihren Unterricht einbauen wird.


An der Grundschule Werlte werden derzeit fast 500 Schülerinnen und Schüler aus 17 Nationen unterrichtet. Die Schule wird als inklusive fünfzügige Grundschule mit einem offenen Ganztagsbereich und angegliederten Schulkindergarten geführt. In den 20 Schulklassen und dem Schulkindergarten werden Klimaschutzdienste erfolgreich von den Schülerinnen und Schülern durchgeführt und die Themen des Klima- und Umweltschutzes sind in den Unterricht integriert.

 

Das Foto zeigt die Kinder der Forscher AG  mit (von links): Mechthild Wigbers (Rektorin), Reinhold Menke (OLB Werlte), Jan Zurborg (Lehrer und Projektleiter), Anke König (Konrektorin), Jutta Over (NABU Emsland/Grafschaft Bentheim). Quelle: Grundschule Werlte