Der Nistkastencheck

Mit zunehmender Tageslänge geraten unsere Gartenvögel in Hochzeitsstimmung. Vorhandene Nistkästen werden jetzt schon von den Meisen inspiziert. Auch Amseln, Singdrosseln, Buchfinken und daheim gebliebene Stare beginnen, ihre Reviere zu besetzen und lauthals durch Gesang zu verteidigen. Viele Gartenbesitzer möchten den Vögeln gern ein Zuhause im Garten bieten. Dabei gibt es Einiges zu beachten:


Als „Einsteigerkasten“ bieten sich ein oder mehrere Höhlenbrüterkästen mit einem Einflugloch von 31 mm Durchmesser an. Diese Kästen eignen sich für Kohlmeise, Feldsperling oder Kleiber. Für die kleinere Blaumeise kann zusätzlich ein Kasten mit einem oder zwei Einfluglöchern von 27 mm Durchmesser aufgehängt werden. Idealerweise haben die Kästen einen vorgezogenen Giebel, damit Nesträuber wie Eichhörnchen oder Elstern nicht an die Brut können. Außerdem darf die Grundfläche des Kastens nicht zu knapp bemessen sein. Im Handel werden leider oft hübsche bunte, aber viel zu enge Kästen angeboten. 12 x 12 cm Innenmaß für die Grundfläche ist das Minimum. Bessere Erfahrungen hat der NABU mit geräumigen Kästen gemacht, die eine Innenfläche von 18 x 13,5 cm haben. Man müsse bedenken, dass Kohlmeisen bis zu zwölf Küken haben. Wenn diese dann größer werden, sitzen sie übereinander. Die schwächeren werden dann erdrückt und erhalten bei Fütterungen keine Nahrung mehr.


Besonders an Ortsrändern und in größeren Gärten freut sich der Star über eine Nisthöhle mit einem Einflugloch von 45 mm Durchmesser. Wer ein Starenpaar im eigenen Garten ansiedelt, kann sich zudem über tolle Ge-sangsdarbietungen freuen – Stare ahmen gern besondere Klänge nach, vom Handy-Klingelton bis hin zum Gesang exotischer Vögel aus dem afrikanischen Winterquartier.


Ist genug Platz vorhanden, kann außerdem ein Halbhöhlenkasten das Angebot ergänzen. Dieser wird von Gar-tenrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper oder Zaunkönig gern angenommen.
Buschbrüter wie Rotkehlchen, Amsel und Heckenbraunelle nehmen gerne Nisttaschen und Nistampeln an. Sie können aus Zweigen von Ginster oder Kiefer selbst gebunden werden.

Eulen

Falls ein sehr großer Garten mit altem Baumbestand vorhanden ist, sind Waldkauz-Kästen oder Brutkörbe für
Waldohreulen (in Nadelbäumen) zu empfehlen. Schleiereulenkästen sind in einem mäusereichen Umfeld
vorteilhaft. Sie können z.B. in den Giebel einer Scheune integriert werden. Brutröhren für den Steinkauz machen
allerdings nur in einer offenen Landschaft Sinn.

Ansprechpartner im mittleren Emsland: Bernd Quappen (Tel: 05932-3070)

Schwalben profitieren von Lehmpfützen, aus denen sie Baumaterial gewinnen. Die Rauchschwalbe baut ihr Nest im Inneren von Ställen oder Scheunen. Für sie kann man Schwalbenbretter anbringen, damit sie ihr Nest befestigen kann. Die Mehlschwalbe baut Lehmnester an rauen Außenwänden unter Dachvorsprüngen und in Balkonnischen. Dafür sind fertige Schwalbenmulden ideal. Gegen die Kleckerei hilft ein Kotbrett, dass 60 cm unter dem Nest angebracht wird.

 

Mauersegler nisten gerne unter Dachvorsprüngen, was heutzutage vielerorts nicht mehr möglich ist. Die Nistkästen sollten in mindestens 5 m Höhe aufgehängt werden. Für diese Koloniebrüter sind mehrere Kästen erforderlich. In der Regel müssen für eine erfolgreiche Besiedlung für 1-2 Sommer lang täglich Mauersegler-Rufe von einer CD abgespielt werden.


Insekten machen sich die Sonnenenergie zunutze. Am besten hängt man deshalb die Nisthilfen an der Südseite
des Hauses regengeschützt unter dem Dachvorsprung auf. Da Schlupfwespen und Wildbienen solitär leben, muss man keine Angst vor Insektenschwärmen haben.
Ansprechpartnerin im mittleren Emsland: Karin Schaad (Tel.: 05931 - 17519)


Fledermäuse suchen Unterschlupf in kleinen Spalten der Dachverschalung, in Rollädenkästen oder auf Dachböden. Wurden Fledermäuse auf dem Gelände beobachtet, ist es einen Versuch wert, ihnen spezielle Spalten- oder Höhlenkästen anzubieten.
Ansprechpartner im mittleren Emsland: Karin Schaad (Tel.: 05931 - 17519) und Thomas Fuchs (Tel.: 05907 947150)

 

Beim NABU sind zu allen Nisthilfentypen ausführliche Informationen und Bauanleitungen erhältlich. Außerdem beraten die NABU-Experten alle Interessierten an mehreren Infoständen: Am 2. März, 10 – 13 Uhr, NABU Regionalgeschäftsstelle Meppen sowie 15 – 17 Uhr, Parkplatz vor dem Tierpark Nordhorn. Am 9. März, 10 – 13 Uhr in Lingen, Am Markt, Ecke Lookenstraße.