So brummts im Insektenhotel

Insektenhotels haben Hochkonjunktur. Allerorten sind Schulen, Vereine und Privatpersonen engagiert für die Wildbienen. Die Nachrichten vom Insektensterben haben einen regelrechten Boom ausgelöst – und das ist auch gut so. Da die Lebensweise der Wildbienen den meisten Menschen ziemlich unbekannt ist, fehlen allerdings die Erfahrung und das Wissen, wie man den Tieren wirklich helfen kann. So sind viele Nisthilfen zwar gut gemeint, aber nicht gut geeignet. Das führt dazu, dass die oft mit viel Aufwand errichteten Nistwände kaum besiedelt werden. Eine gut ausgestaltete Nisthilfe kann jedoch über Jahre hinweg vielen Insekten als Eiablageplatz dienen. Dem Besitzer eröffnen sich dadurch immer wieder spannende Einblicke in das Leben der Insekten.

 

Gerhard und Karin Schaad vom NABU Emsland Mitte haben in einem Faltblatt zusammengestellt, wie man es richtig macht und welche Fehler vermieden werden sollten:

 

Für Holzelemente sollte abgelagertes, rissarmes Laub-Hartholz verwendet werden. Achten sollte man auf saubere glatte Bohrungen von 2 – 10 mm Durchmesser. Die Bohrungen sollten so tief wie möglich in die Längsseite des Holzes gebohrt werden und hinten geschlossen sein. Ebenfalls geeignet sind glatte Röhrchen aus Pappe, Bambus oder Strohhalme. Diese müssen hinten verschlossen werden und können in Bündeln in Konservendosen oder Lochziegel gesteckt werden. Sehr gut sind Lehmblöcke, vorgebohrt oder zum Selbstbohren durch die Wildbienen.

 

Ungeeignet sind rissige Nadelhölzer, Weichhölzer und Tropenhölzer, Ziegel mit zu großen, scharfkantigen Löchern, Tannen- und Kiefernzapfen, Stroh sowie gequetschte oder gespaltene Halme.

 

Ein Schutzgitter vor der Nistwand muss nur angebracht werden, wenn Vögel sich an der Nisthilfe zu schaffen machen. Das Gitter sollte einen Abstand von 3 cm zur Nisthilfe haben.

 

Der Aufstellort sollte sonnig, windstill und trocken sein. Selbstverständlich kann ein Insektenhotel nur dann Erfolg haben, wenn es in der Umgebung ausreichend pollenspendende Pflanzen, also heimische Stauden und Blütensträucher, gibt.

 

Das Faltblatt mit noch mehr Tipps sowie einem Rezept für die richtige Lehmmischung für Nistwände steht kostenlos neben anderen Materialien in unserer Rubrik Natur im Garten zum Download bereit.

 

Wildbienenfreunde können sich zudem schon einmal den 19. September vormerken. In der Cafeteria des St. Vitus Werk in Meppen veranstaltet der NABU einen Vortrag mit dem Wildbienenexperten Hermann Hunfeld aus Dortmund.