Juni ist Rosenzeit

An Wegrändern und auf Viehweiden blühen jetzt die Hundsrosen, auch Heckenrosen  genannt (Rosa canina). Diese Wildrosen kommen gut mit mageren, trockenen Böden zurecht. Als Spreizklimmer klettern sie mit ihren stachelbewehrten Ästen auch in höhere Bäume, z. B. in Huteeichen. Die Hundsrose ist die Mutter unserer Edelrosen. Wer in seinem Garten etwas für Bienen tun möchte, pflanzt solche ungefüllten Wildrosen, bei denen viele Staubgefäße im Innern der Blüte zu sehen sind, die Pollen spenden. Die meisten Edelrosen haben gefüllte Blüten, was bedeutet, dass die Staubgefäße zu Blütenblättern umgewandelt wurden. Für das menschliche Auge sieht das schön aus, aber die Bienen werden in die Irre geleitet. Sie fliegen die leuchtenden Blüten an, finden dort aber keine Nahrung. Daher sollte man nicht zu viele solcher Rosen auf einem Beet haben und unbedingt Bienenpflanzen dazwischen setzen (z.B. Lavendel).

 

Eine passende Wildrosenart für Gärten mit etwas feuchteren Böden ist die Hechtrose (Rosa glauca). Sie hat schöne zweifarbige Blüten, blaugrünes Laub und elegante, längliche, dunkelrote Hagebutten, die im Winter gern von Grünlingen gefressen werden. Auch Ramblerrosen eignen sich gut für Naturgärten, da sie besonders hoch in die Zweige von Bäumen klettern können und dort sehr üppig blühen.  Englische Landschaftsgärtner lassen gern abgestorbene Obstbäume oder Mauerteile von solchen Kletterrosen überwuchern.

 

Text und Fotos: Jutta Over