Die Zukunft des Waldes

Bei einem Podiumsgepräch im Ludwig-Windthorst-Haus diskutierten Fachleute verschiedener Interessensgruppen über eine nachhaltige Nutzung des Waldes.

 

Der Wald bietet zahlreichen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und ist ein wichtiger Teil unseres Ökosystems. Zudem spielen die Bäume und Wälder eine besondere Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie ziehen das Kohlendioxid aus der Luft und lagern den Kohlenstoff im Holz und im Waldboden ein. Gleichzeitig ist der Wald jedoch einer der Leidtragenden des Klimawandels. Durch den extrem trockenen Sommer 2018 kam es zu einer Massenvermehrung des schädlichen Borkenkäfers.

 

Während eines Impulsvortrags sprach Reinhard Ferchland, der Forstamtsleiter der Niedersächsischen Landesforsten, über den aktuellen Stand der Wälder und mögliche Handlungsalternativen. „Der Wald muss dem Klimawandel trotzen“, erklärte Ferchland. So soll beispielsweise die Baumartenwahl in den Wäldern angepasst werden.

 

Im Anschluss des Vortags fand ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Stefan Botters statt, an dem Reinhard Ferchland,  Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jutta Over, die Regionalgeschäftsführerin des NABU Emsland/Grafschaft Bentheim und der Waldbauer Karl Storm teilnahmen. Diskutiert wurde darüber, wie eine nachhaltige Nutzung des Waldes aussehen muss und welche Herausforderungen sich stellen. Ein besonders umstrittenes Thema war hierbei die Baumartenwahl für die Wälder. Jutta Over sprach sich hier klar gegen die Anpflanzung gebietsfremder Bäume aus. Stattdessen sollten bisherige Nebenbaumarten sowie Pionierarten  häufiger angebaut werden. Hierzu gehören beispielsweise die Edelkastanie, die Sommerlinde, die Walnuss oder Sorbusarten. Außerdem plädierte der NABU für mehr Laub- und Mischwälder, denn die heimischen Laubwälder bieten einige Vorteile für die Klimaanpassung. Unter anderem sind sie weniger anfällig gegenüber Windwurf und Schädlingsplagen. Durch das feuchte Waldinnenklima besteht zudem eine geringere Gefahr von Waldbränden im Vergleich zu reinen Kiefer- oder Fichtenwäldern. Zum Schutz der Waldböden, des Waldinnenklimas und zur Verbesserung des Wasserhaushalts sollte auch bei der Waldbewirtschaftung auf ein paar Punkte geachtet werden. Die Durchforstung, Holzernte und Walderschließung sollte so schonend wie möglich ablaufen. Hierzu kann schonende Forsttechnik eingesetzt werden, wie zum Beispiel ein Seilzug und eine hydraulische Fällkeile.  Die zu befahrende Fläche sollte reduziert und die Rückegassen dauerhaft markiert werden.

 

 

Ein wichtiges Ziel der Waldbewirtschaftung sollte es aber sein, die Vielfalt und Heterogenität der Wälder so zu fördern, dass ihre Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gestärkt werden.

 

Bericht und Fotos: Jennifer Reisloh