Willkommen beim NABU Emsland/Grafschaft Bentheim

Wir haben für Sie geöffnet:

 

montags, 16 - 18 Uhr

dienstags, 10 - 12 Uhr

donnerstags, 9 - 17:30 Uhr

freitags, 9 - 13 Uhr

 

Während dieser Zeit haben Sie Gelegenheit, das Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen zu unterzeichnen. Außerdem halten wir zahlreiche Informationen rund um den naturnahen Garten und den Artenschutz in der Region für Sie bereit. Auch unsere kleine Nistkastenausstellung lohnt sich. Kommen Sie vorbei! Um die Hygiene- und Abstandsregeln während der Corona-Krise einzuhalten, bitten wir Sie, sich beim Eintreten die Hände zu desinfizieren und stets einen Abstand von 1,50 m zu jeder anderen Person einzuhalten. Vielen Dank!

 

Auf diesen Seiten erfahren Sie, was der NABU in der Region für Mensch und Natur auf den Weg bringt. Sie können sich über den Service der Regionalgeschäftsstelle informieren und lernen die 5 Gruppen kennen, die ehrenamtlich aktiv sind. Wir stellen Ihnen unsere Projekte vor und nennen Ihnen wichtige Ansprechpartner. Außerdem laden wir Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen ein, berichten über spannende Naturerlebnisse und geben Ihnen Beobachtungstipps. Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine Mail, wenn wir etwas für Sie tun können! Und nun viel Spaß beim Stöbern auf unseren Seiten!

Jetzt an den Igel denken!

Noch ist es mild und die Igel finden genug Schnecken, Käfer und Asseln in den Gärten. Aber wir können schon Vorsorge für unsere Gartenbewohner treffen. Die ersten Blätter fallen bereits und in manchen Gärten werden Stauden und Gehölze zurückgeschnitten. Aus dem Material lässt sich ganz einfach ein Igel-Unterschlupf errichten. Das können auch Kinder schon! Marilyn Utke und ihr Video-Team zeigen, wie es geht.

Europas Riese: Der Seeadler

Ab dem 18. Jahrhundert prangte auf dem Wappen der sturen Friesen ein Adler: das Symbol für die Freiheitsrechte der Friesen. Weltweit steht der Greifvogel für Mut, Weitblick und ewiges Leben. Aber was genau faszinierte unsere Vorfahren an dem Seeadler? 

Die Gestalt des Fischliebhabers ist allein durch seine Größe sehr beeindruckend: bis zu 95 Zentimeter ist sein Körper groß und 250 Zentimeter beträgt seine Flügelspannweite. Damit ist er der riesigste Greifvogel Europas. Seine entschlossen dreinschauenden Augen sitzen in seinem auffällig großen hellen Kopf. Besonders imposant ist auch sein klobig gelber Schnabel, den ihn noch majestätischer aussehen lässt. Der König der Lüfte schmückt sich mit braunem Gefieder und einem weißen Schwanz. Auch noch aus weiter Entfernung sind seine „klie-klie-klie“-Rufe unverwechselbar. 

 

Der Seeadler frisst hauptsächlich Fisch, aber Vögel, Eier und Aas lehnt er auch nicht ab. Meist jagt er durch die Ansitzjagd. Dabei sitzt er auf Bäumen und wartet bis er seine Beute entdeckt, um dann einen Überraschungsangriff zu starten. Diese Jagdtechnik verbraucht weniger Energie, als zum Beispiel der Suchflug. 

 

Sein Vorkommen erstreckt sich von Russland bis Japan, Europa, Skandinavien und Grönland. Der Riese lebt an Seen, Flüssen, Sümpfen oder Küstenlagunen. Zum Horsten braucht er Altholzbestände oder Felsen. Ab Mitte Februar legt das Seeadlerweibchen bis zu drei Eier, die dann 38 Tage bebrütet werden. Danach bleibt der Nachwuchs 75 Tage im Nest, bis er zum Ästling wird und das Fliegen und Jagen lernt. Die jungen Seeadler werden mit ungefähr 90 Tagen flügge und verlassen das Nest. 

 

Trotz seiner Bedeutung wurde er um 1900 fast ausgerottet. Heute ist er durch viele Schutzmaßnahmen ungefährdet. Und tatsächlich brüten zwei Seeadler Paare auch wieder im Emsland! Am besten ist es, diese faszinierenden Greifvögel ungestört zu lassen. Der ganzjährige Horstschutz und das Verbot von Bleimunition haben ihn vor dem Aussterben bewahrt. Dabei ist das Thema Bleimunition brandaktuell: Am 3. September soll die EU-Kommission entscheiden, ob Bleimunition auch in Feuchtgebieten verboten wird. 

 

Ein Beitrag von Marilyn-Luise Utke.

Turmfalke – Der Rüttelfalk

Was haben Turmfalken mit Kolibris gemeinsam? Genau, beide können auf derselben Stelle in der Luft „verharren“! Dabei richtet der Turmfalke seinen Oberkörper auf, spreizt die Flügel und fächert den Schwanz, um seinen Flug zu stabilisieren. 

20 bis 40 Meter über dem Boden setzt er den energieaufwendigen Rüttelflug ein, um seine Beute zu erspähen. Hat er sie gesichtet, fliegt er im Stoßflug auf seine Beute zu. So richtig schnell wird er dabei aber nicht. Das hat auch Vorteile, denn er kann sich beim Verfehlen der Beute leicht abfangen und fängt erneut zu „rütteln“ an. Gelegentlich wird das Rütteln auch bei anderen Vogelarten beobachtet, wenn ihnen der Gegenwind unter die Flügel  greift, wie zum Beispiel beim Mäusebussard und Raubwürger. Jedoch praktiziert ansonsten keine andere Vogelart diese Flug- und Fangtechnik. 

Deswegen wird der Turmfalke im Volksmund auch als „Rüttelfalk“ bezeichnet. 

Sein wissenschaftlicher Name Falco tinnunculus bedeutet „schellend, klingend“ und ist auf seine hellen, lauten „kikiki“ – Rufreihen und „zick“ - Lockrufe zurückzuführen. 

Mitte April und Mai legt das Weibchen drei bis sieben Eier und braucht 29 Tage, um diese auszubrüten. Nach der Geburt werden die Jungen im Nest gefüttert. Nach weiteren vier Wochen, wenn sie ihr Nest verlassen, begleiten und ernähren die Eltern die Jungvögel. Danach suchen sie sich ein eigenes Revier. Nach einem Jahr sind die Turmfalken geschlechtsreif. Übrigens leben sie monogam, bleiben meist ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen. 

 

Aussehen 

Mit seinen 35 Zentimetern gehört der Turmfalke zu den kleinen Greifvögeln. Seine Flügelspannweite kommt auf 75 Zentimeter. Weibchen und Männchen unterscheiden sich voneinander: Das Weibchen hat einen rostbraun gefärbten Rücken, Kopf und Schwanz mit dichten dunklen Flecken und Querbänderungen. Das Gefieder des Männchens ist rotbraun mit dunklen Flügelspitzen. Kopf und Schwanz sind hellgrau gefärbt. Seine Unterseite ist gelblich mit länglichen Steifen und tropfenförmigen Flecken. 

 

Wohngemeinschaften und Lebensraum

Der Turmfalke sucht in Städten an hohen Gebäuden nach Gelegenheiten zum Nisten. Häufig werden Kirchtürme oder  hohe Masten ausgewählt. Im Gebirge nistet er in Spalten von Steinbrüchen und Felsabbrüchen. Auch zu „Wohngemeinschaften“ sagt er nicht Nein. Manchmal quartiert er sich im gleichen Nistkasten wie die Schleiereule ein oder übernimmt alte Krähennester. Das funktioniert, da die Eule nachtaktiv und der Turmfalke tagaktiv ist. So kommen sie sich nicht in die Quere. Turmfalken sind Standvögel, das heißt, dass sie ganzjährig in einem Gebiet bleiben. Manchmal fliegen sie aber auch im Winter in den Süden. Hier in Deutschland sind sie in den Wintermonaten auf Höhenflächen der Mittelgebirge anzutreffen.

 

Rüttelnde Jäger 

Der geschickte Jäger jagt im offenen Gelände mit niedrigerer Vegetation gleichermaßen im Rüttelflug und in der Ansitzjagd. Im Winter späht er seine Beute erst einmal von einer Sitzwarte aus, da der Rüttelflug sehr viel Energie verbraucht. Meist fängt er seine Beute am Boden, in Nestern und selten im Flug. Aus  unverdaulichen Resten der Beute, die der Greifvogel als Gewölle ausspeit, ist zu erkennen, dass Eidechsen, Heuschrecken, Regenwürmer, jedoch meist Feldmäuse auf der Speisekarte stehen. Der Turmfalkenbestand hängt somit vor allem vom Mäusevorkommen ab. 

 

Gefährdung 

2007 war der Turmfalke Vogel des Jahres. Momentan ist der Falke aber nicht gefährdet und nach dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel. Hier in Deutschland leben 50.000 Brutpaare. Die Bestandsdichte schwankt jedoch sehr in Mittel- und Nord-Ost-Europa: Russland, Frankreich und England verzeichneten die stärksten Abnahmen von bis zu 50 Prozent in den letzten 30 Jahren. Auch wenn der Turmfalke zu den wenigen Gewinnern der Urbanisierung gehört, braucht er offene Flächen fürs Jagen. Er profitiert davon, dass sein Jagdrevier nicht sein Brutrevier ist. 

In der ausgeräumten Agrarlandschaft fehlen einzelne Bäume und Gebüsche,, die der Turmfalke bei der Ansitzjagd benötigt. So sind die Greifvögel gezwungen, Masten in Straßennähe aufzusuchen. Dadurch werden sie leicht Opfer des Straßenverkehrs oder erleiden einen Stromtod durch Energiefreileitungen. Das sind aber nicht die einzigen Gefahren, denen der Falke ausgesetzt ist. Mit Jagdfalken wird auch gehandelt. Insbesondere arabische Scheichs waren vor einigen Jahren noch sehr hinter diesen Greifvögeln her. Falken werden  sogar als „fliegendes Kokain“ bezeichnet. Nicht nur der Handel wird ihnen gefährlich, sondern auch Geflügel- und Taubenzüchter verlangen, dass die Greifvögel abgeschossen werden dürfen. Da gilt es aufmerksam zu bleiben. 

 

Das hilft dem Turmfalken 

Es gibt spezielle Anleitungen für Turmfalken-Nistkästen und hohe Ansitzplätze. Zudem sollten Krähen- und Elsternnester auch geschützt werden, denn der Turmfalke sucht sich gerne alte Nester zum Brüten. Langfristig hilft leider nur ein Umdenken in der Agrarpolitik: Mehr breite Wegränder und Ackerrandstreifen sowie der reduzierte Einsatz von Pestiziden und Insektiziden auf den Feldern erhöhen die Artenvielfalt. Greifvögel können dann einen Beitrag zur Bekämpfung von Wühlmäusen und Ratten leisten. 

 

Ein Beitrag von Marilyn-Luise Utke 

Ihre Stimme für die Natur

Das niedersachsenweite Volksbegehren Artenvielfalt nimmt auch im Emsland und in der Grafschaft Fahrt auf. Ehrenamtliche vom NABU, von Bündnis 90/DIE GRÜNEN sowie von den Bündnispartnern sind mit den Unterschriftenlisten unterwegs. Auch Infostände zum Thema werden organisiert. Am Samstag, 26. Juni, gibt es einen ersten Stand auf dem Meppener Wochenmarkt. Hier können Interessierte sich infomieren und ihre Unterschrift leisten.

 

Was wir erreichen möchten:

 

Mehr Vielfalt in der Landschaft

Mehr Hecken, Blühflächen, Grasstreifen am Wegrand, Feldgehölze und andere wertvolle Biotope.

Für Gewässerrandstreifen:  Mindestens fünf Meter entlang der Gewässer darf nicht gedüngt und nicht gespritzt werden.

 

Weniger Pestizide, mehr Ökolandbau

Gift verbieten: Kein Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide in Schutzgebieten.

Ökologischen Landbau und nachhaltige Bewirtschaftung fördern.

 

Artenreiche Wiesen

Wiesen und Weiden als artenreichen Lebensraum erhalten.

Wiesenvögel schützen durch schonende Nutzung ihrer Brutgebiete.

 

Naturnaher Wald: Mehr Wildnis wagen

Vorrang für Natur- und Klimaschutz in den landeseigenen Wäldern.

Alt- und Totholz sind wichtige Rückzugsräume für Käfer, Pilze und Spechte: Mehr naturnahen Wald wagen!

 

Und das sind einige der Bündnispartner in der Region:

 

Arbeitskreis Global denken - lokal handeln, Papenburg, Arendshof Emlichheim, Befis Natur-garten , BI gegen industrielle Massentierhaltung, Papenburg , Bibelgarten Twist, Bioladen, Kornblume, Lingen, BUND Kreisgruppe Emsland, IG Gesundes Leben, Rastdorf, Imkerver-ein Nordhorn e.V., Imme Bourtanger Moor, Haren, Klimagruppe Emsland, Naturfreunde Nordhorn u. Umgebung Osnabrück e.V., Sportanglerverein Haren, Stadtpastoral Lingen, Tauchclub Hydra, Lingen, VCD Emsland, Wassersportverein Meppen, Weinberginitiative Bad Bentheim, Weltladen Lingen