Willkommen beim NABU Emsland/Grafschaft Bentheim

NEU: "Ihr Draht zur Natur - Das NABU-Gartentelefon" ist unter der Rufnummer 0511 - 911050 zu erreichen. Wir beraten Sie kompetent von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 14 Uhr in allen Naturschutzfragen. Rufen Sie uns gerne an.

Liebe Naturfreunde und -freundinnen,

wegen der Corona-Krise entfallen derzeit noch unsere gewohnten Öffnungszeiten. Bitte vereinbaren Sie telefonisch oder per Mail einen Termin, wenn Sie uns besuchen möchten. Sie können dann gern unsere Nistkastenausstellung ansehen, Nisthilfen erwerben oder Informationsmaterial abholen. Wir empfehlen dabei das Tragen eines Mund-Nasenschutzes.

Auf diesen Seiten erfahren Sie, was der NABU in der Region für Mensch und Natur auf den Weg bringt. Sie können sich über den Service der Regionalgeschäftsstelle informieren und lernen die 5 Gruppen kennen, die ehrenamtlich aktiv sind. Wir stellen Ihnen unsere Projekte vor und nennen Ihnen wichtige Ansprechpartner. Außerdem laden wir Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen ein, berichten über spannende Naturerlebnisse und geben Ihnen Beobachtungstipps. Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine Mail, wenn wir etwas für Sie tun können! Und nun viel Spaß beim Stöbern auf unseren Seiten!

Wildbienenpension selbst gebaut

Marilyn Utke zeigt uns in diesem kleinen Video, wie man eine richtig gute Insektennisthilfe baut! Weitere Tipps zur Förderung von Insekten im Garten finden Sie hier.

Erster Bergmolch im Hasetal

In einen Wald bei Haselünne-Lotten hat unsere Reptilien- und Amphibien-AG einen ganz besonderen Fund gemacht – ein Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) wurde dort entdeckt! Auf die Spur dieses im Emsland seltenen Lurches kamen unsere Experten aufgrund des Hinweises eines Anwohners. Bergmolche sind eigentlich typische Bewohner der Mittelgebirge. Aber auch im Flachland finden sich einzelne verstreute Populationen. Im Emsland gibt es Nachweise im Eleonoren Wald bei Vrees und bei Salzbergen. Nach unserem Kenntnisstand ist der heutige Fund der erste im mittleren Emsland!

 

Molche gehören zu den Amphibien und haben wie Frösche und Kröten eine weiche Haut, die während der Überwinterung aber etwas fester und rauher ist. Im zeitigen Frühjahr nach der Wanderung zum Laichgewässer wird die Haut dann erneuert, es bildet sich eine weichere Wasserhaut, die stets feucht gehalten werden muss. Das Laichgewässer kann ein  Weihern sein, aber auch ein wassergefüllter Wurzeltrichter, eine Pfütze oder ein ruhiger Bachrand. Auch Gartenteiche besuchen Bergmolche gern, allerdings sollte es dort Versteckmöglichkeiten geben und Unterwasserpflanzen, an die die Tiere Ihren Laich heften können.

Aus den Eiern schlüpfen nach zwei bis vier Wochen die Larven und entwickeln sich innerhalb von drei Monaten zum fertigen Molch. Die kleinen Larven haben für das Leben unter Wasser büschelförmige Kiemen. Später bilden sich erst die winzigen Vorderbeinchen, dann die Hinterbeinchen aus. Wenn die Kiemen dann zurückgeblidet werden und die Tierchen an Land gehen, sehen sie wie winzige, weiche und fast durchsichtige Eidechsen aus.

 

Im Emsland kommen außerdem noch der Teichmolch und der Kammmolch vor.

 

Foto: Tobias Suntrup

 

Austernfischer pfeifen vom Dach

In diesen Tagen sieht man an Flussufern von Hase, Ems oder Vechte wieder auffällige schwarz-weiße Vögel mit orangefarbenem Schnabel nach Futter stochern. Der Austernfischer, von manchen Vogelkundlern auch scherzhaft „Emslandstorch“ genannt, war ursprünglich ein Küstenbewohner. Über die Flusstäler breiteten sich die Stelzvögel im Binnenland aus – und haben inzwischen als Nistplätze die Flachdächer entdeckt. Offenbar ähneln diese mit ihren Wasserlachen und Kiesauflagen natürlichen Flussufern. Die hohen Gebäude bieten zudem Schutz vor Beutegreifern wie Fuchs und Marder. Wenn die Vögel dann über die Häuser hinwegfliegen, fallen die lauten, durchdringenden Rufe auf, die wie „kliip“ oder „kuliep“ klingen.

 

 

In den letzten Jahren erreichen den NABU nach der Brutzeit im Frühsommer vermehrt Anrufe von Schulen, Behörden oder Firmen, die ein Austernfischernest auf Ihrem Flachdach haben. Die Leute machen sich Sorgen um die Küken, welche manchmal vom Dach herunterfallen. In der Regel bleiben die Jungvögel auf dem Dach und werden von den Eltern so lange gefüttert, bis sie flügge sind. Fällt doch einmal ein Küken herunter, überlebt es aufgrund seines Leichtgewichts in der Regel den Sturz und kann wieder heraufgesetzt werden, solange dort noch der "Futterservice" der Altvögel im Gange ist. Ideal sind begrünte Dächer - wie etwa auf dem Lookentor in Lingen - auf denen die Küken schon selbst auf Nahrungssuche gehen können. Wichtig ist zudem, dass auf dem Dach schattige Bereiche und Trinkmöglichkeiten vorhanden sind.

 

 

Austernfischer gibt es mittlerweile bei uns in jedem Ort, der über Schulen oder Behörden mit Flachdächern oder über größere Gewerbegebiete verfügt. So ist das Rathausdach in Emlichheim ein immer wieder genutzer Brutplatz. Das Paar, das jährlich auf dem Kreiswehrersatzamt in Meppen nistete, wird sich allerdings nun eine andere Bleibe suchen müssen, da das Gebäude abgerissen wurde. Wir dürfen gespannt sein, wo sich die Vögel dann niederlassen. Der NABU freut sich über Meldungen aus der Bevölkerung!

 

Besonders leicht sind die Vögel zu beobachten, wenn sie die Jungen füttern und dafür unter lauten Rufen zwischen Flachdach und den städtischen Grünanlagen hin- und herpendeln. In den Parks oder auf stadtnahem Grünland suchen sie dann nach Regenwürmern, Schnecken und Insekten, die sie zu den Küken auf das Dach bringen.

 

 

Die Besiedlung des Binnenlandes durch den Austernfischer begann in den 1920er Jahren entlang der größeren Flusstäler. Etwa ab 1935 wurde er vermehrt auch in unserer Region beobachtet, in der Grafschaft etwa an den Flussufern von Dinkel und Vechte, in der Piccardie oder im Syenvenn. Noch bis Mitte der 2000er Jahre waren Austernfischer hier außerhalb der Waldgebiete sehr verbreitet. Inzwischen sind sie in den Acker- und Wiesengebieten fast vollständig verschwunden – dafür nehmen die Beobachtungen im besiedelten Raum zu.

 

Bericht: Jutta Over, Heiko Rebling

Foto: Erhard Nerger

 

 

 

Corona: Keine Gefahr durch heimische Fledermäuse!

Der Naturschutzbund (NABU) weist darauf hin, dass es weltweit über 1.400 Fledermausarten gibt und die 25 in Deutschland heimischen Arten kein Reservoir für Corona-Viren darstellen. Es besteht daher keine Ansteckungsgefahr für Menschen, wenn die Fledertiere ihre Sommerquartiere in Häusern beziehen. Die Herkunft des aktuellen Corona-Virus (SARS-CoV-2), mit dem sich zuerst Personen auf einem Wildtiermarkt in China infiziert hatten, ist noch nicht abschließend geklärt, es ist aber falsch, allgemein „Fledermäuse“ als Übertragungswirt auf den Menschen zu nennen.

 

Wenn jetzt die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, kehren unsere heimischen Fledermäuse aus ihren Winterquartieren in Höhlen, Stollen und Kellern zurück und beziehen ihre Sommerquartiere in Baumhöhlen oder Dachstühlen und Gebäudespalten. Beim NABU meldeten sich bereits besorgte und verunsicherte Hausbesitzer, die eine Übertragung des Corona-Virus durch Fledermäuse befürchteten. „Es besteht keine Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus, wenn Fledermäuse ein Haus als Quartier mitbenutzen,“ versichert unsere Mitarbeiterin Katja Hübner. „Unsere 25 heimischen Fledermausarten sind andere Arten als die in China vorkommenden Fledertiere,“ erklärt die Naturschützerin. „Noch kein einziger der beschriebenen Corona-Viren und auch SARS-CoV-2 konnten bei unseren heimischen Arten nachgewiesen werden.“ Der NABU appelliert deshalb an alle Hausbesitzer, die faszinierenden, gefährdeten und streng geschützten Arten weiter in ihr Haus zu lassen.

 

Ziehen Fledermäuse auf den Dachboden oder in ein Spaltenquartier am Haus, kommt es in der Regel zu keinem direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier. Sollte aber doch einmal eine verletzte oder geschwächte Fledermaus gefunden werden, sind beim Umgang immer generelle Schutzmaßnahmen (insbesondere das Tragen von Handschuhen) erforderlich - schon deshalb, weil die verängstigten Tiere beißen können. Die Tiere sollten dann schnellstmöglich an einen Fledermausspezialisten übergeben werden, da für die artgerechte Versorgung Spezialkenntnisse erforderlich sind. Im Emsland nimmt Karin Schaad (Tel. 05931-17519 oder 0151-15902708) solche Tiere in Pflege und steht für Beratungen von Hausbesitzern zur Verfügung.

 

Foto: Zwergfledermaus (Sabine Fuchs)