Frau Rotkehlchen singt im Herbst

Foto: Erhard Nerger
Foto: Erhard Nerger

So manch einer reibt sich in den letzten Tagen verwundert die Ohren, wenn Vogelgesänge von Baumwipfeln oder aus dem Gebüsch erklingen.  Besonders auffällig in diesen Tagen ist das oft als melancholisch beschriebene Lied des Rotkehlchens. Bei dieser Art singen auch die Weibchen im Herbst. Übrigens keine Ausnahme, es gibt einige heimische Vogelarten, bei denen die Frauen gerne singen, z. B. Nachtigall und Stieglitz. Während finnische Rotkehlchen echte Zugvögel sind und die spanischen Rotkehlchen einfach im Winter zu Hause bleiben, sind deutsche Rotkehlchen sogenannte Teilzieher. Einige Individuen zieht es in wärmere Gefilde, aber die meisten bleiben im Winter bei uns. Als Insektenfresser haben sie es dann allerdings nicht leicht, genügend Nahrung zu finden. Ein Rotkehlchen, das ein passendes Wäldchen, einen kleinen Park mit viel Gebüsch oder einen naturnahen Garten gefunden hat, verteidigt dieses Nahrungsrevier mit nachdrücklichem Gesang. Ebenso übrigens der Zaunkönig, dessen lautstarke Strophen man den ganzen Winter über hören kann.

 

Zugvögel wie Zilp-Zalp oder Hausrotschwanz bekräftigen jetzt ihren Besitzanspruch auf das Brutrevier noch einmal. Im Frühjahr fällt es dann leichter, dasselbe Revier wieder zu besetzen und sich oft sogar mit demselben Weibchen zu paaren. Beide Arten sind bis in den späten Oktober hinein zu hören.

Manchmal sind im Herbst auch auffallend leise Gesänge aus Hecken und Gebüschen zu hören – sogenannte Plaudergesänge oder Subsongs. Hierbei handelt es sich um eine Art „Gesangstraining“ der Jungvögel. Diese üben schon einmal das Repertoire an Rufen und Motiven, um es in einem zweiten Schritt mit dem Gesang des Vaters aus der Erinnerung abzugleichen und dann im Frühjahr das fertige Liedchen zu präsentieren.

Wer seinen Garten für die kleinen Sänger wintertauglich machen möchte, erhält viele Tipps beim NABU, Postfach 1621, 49706 Meppen, Tel. 05931-4099630 oder jutta.over@nabu-emsland.de Den Gesang des Rotkehlchens kann man sich im Internet auf den NABU-Seiten zur Stunde der Gartenvögel anhören (www.stundedergartenvoegel.de). 

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