Häufige Fragen

Tiere

Können Schildkröten bei uns in freier Natur überleben?

Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige heimische Schildkrötenart in Deutschland. Sie ist sehr selten und war aus Niedersachsen ganz verschwunden. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes des NABU wird sie derzeit am Steinhuder Meer wieder ausgewildert.

Trotzdem sieht man immer wieder einmal Schildkröten, auch in emsländischen Gewässern: Exotische Arten, besonders Schmuckschildkröten (Rot- und Gelbwangen-) werden oft von ihren ehemaligen Besitzern ausgesetzt, weil sie zu groß werden, zu viel Dreck und zu viel Arbeit machen. Mit zunehmendem Alter können die Tiere auch sehr aggressiv werden. Manche sind vielleicht auch einfach über den Zaun geklettert und haben sich auf den Weg zu neuen Gewässern gemacht.

Im Winter buddeln sie sich im Schlamm des Sees oder Teichs ein und fallen da in eine Starre. Die meisten Tiere überleben unseren recht milden Winter, bei starkem Frost können einige Tiere jedoch verenden.

Bitte setzen Sie auf keinen Fall Schildkröten aus, da sie eine Gefahr für bedrohte Tierarten, wie Fische und Amphibien darstellen!

Wie helfen wir Insektenfressern wie dem Zaunkönig im Winter?

Viele insektenfressende Vogelarten ziehen im Winter in den Süden, weil das Angebot an Insekten und Spinnentieren bei uns in der kalten Jahreszeit sehr begrenzt ist. Deswegen verbringen Schwal-ben, Grasmücken, Bachstelzen, Gartenrotschwänze, Grauschnäpper und viele andere Singvögel den Winter in Afrika. Einige unserer beliebtesten Gartenvögel, Rotkehlchen, Zaunkönig und Heckenbraunelle, sind ebenfalls Insektenfresser, aber sie bleiben im Winter bei uns. Dadurch haben sie es besonders schwer. Futterhäuschen, die mit Körnermischungen bestückt sind, helfen nicht weiter. Diese Vögel suchen im Winter ihre Nahrung in Gebüschen, in Laub- und Reisighaufen, unter Brombeerranken oder in dichtgewachsenen Kletterpflanzen. Wenn Sie solche Bereiche in Ihrem Garten schaffen, werden die Vögel es Ihnen danken.

Sollte man auch im Sommer Vögel im Garten füttern?

Der NABU Emsland/Grafschaft Bentheim empfiehlt das Füttern im Sommer einzustellen, da die Anzahl an toten Grünfinken, aber auch Buchfinken, Kernbeißern, Gimpeln und anderen Wildvögeln an Futterstellen stark zugenommen hat.

Der Einzeller Trichiomonas gallinae ist Ursache für das sommerliche Vogelsterben.

Als Infektionsquelle kommt neben den direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Trinkwasser an Futterstellen in Frage, in dem der Erreger bis zu 24 Stunden überleben kann.

Im Frühjahr hatten wir so viele Vögel im Garten, wo sind die im Herbst alle geblieben?

Wenn die letzte Brut groß gezogen und ausgeflogen ist, tritt die Bedeutung des Brutrevieres erst einmal in den Hintergrund.  In den Wäldern sind jetzt die Samen der Kiefernzapfen reif und die Meisen tummeln sich dort auch, um nach geeigneten Revieren zu suchen. Schließlich muss der Nachwuchs im nächsten Jahr einen eigenen "Haushalt" gründen. Auf abgeernteten Äckern gibt es für Feldsperlinge reichlich Insekten. Auch Bachstelzen und Rotschwänzchen bevorzugen Insektennahrung und bereiten sich schon auf den Winterzug vor. Es gibt also keinen Grund zur Sorge.

Wir haben ein Hornissennest, wie gefährlich ist denn das?

Bei der Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln sind Hornissen erstaunlich friedfertig.  Die Tiere greifen niemals grundlos an, man sollte es aber vermeiden, direkt in der Einflugschneise zum Nest zu sitzen oder Gartenarbeiten zu verrichten. Bei Konflikten reagieren Hornissen dennoch eher mit Flucht, statt mit einem Angriff. Zudem fressen Hornissen keine Süßspeisen, sondern ernähren sich meist von lästigen Insektenarten wie Bremsen, Wadenstecher und Fliegen.

 

Bei Hornissen im Garten empfehlen wir deshalb, Ruhe zu bewahren und sich über den fliegenden Bodyguard zu freuen. Im Oktober/November stirbt das Volk bis auf die Königin ab. Diese verlässt das Nest und sucht sich ein frostfreies Überwinterungsquartier, z.B. in alten Baumstubben in einem Wald. Das alte Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen.

 

Sollte es doch einmal Probleme geben, werden Sie bitte nicht selbst aktiv, sondern wenden Sie sich an einen unserer Hornissenberater. Hornissen stehen unter Naturschutz und zudem kann es gefährlich werden, sich selbst an dem Nest zu schaffen zu machen.

Mir ist eine Brieftaube zugeflogen, was soll ich tun?

Brieftauben besitzen grundsätzlich einen Fußring und einen weiteren Ring mit einer Telefonnummer des Halters. Verletzte Tiere fängt man am besten behutsam ein. Erschöpften Tieren kann man eine Schüssel Wasser anbieten. Wenn Sie eine Taube gefunden und die Ringnummer abgelesen haben, sollten Sie diese anrufen.
Weitere Informationen finden Sie beim Verband deutscher Brieftaubenzüchter.

Trinken Hirschkäfer Alkohol?

Ja, auch ein Hirschkäfer genehmigt sich mal einen Schluck! Wir haben das herausgefunden, als uns einmal ein besorgter Naturfreund anrief, der einen hilflos auf dem Rücken liegenden Hirschkäfer gefunden hatte.

Hirschkäfer findet man von Anfang Juni bis etwa Mitte August. Sobald es anfängt zu dämmern, machen sich die Käfer auf den Weg in die nächste „Hirschkäfer-Kneipe“: eine saftende Baumwunde. Der Saft der Bäume enthält Quercitin, auch Eichenzucker genannt. Der Saftfleck an den Bäumen wird oft von Bakterien besiedelt, die den Zucker zu Alkohol vergären. So kann es vorkommen, dass Hirschkäfer manchmal berauscht zu Boden fallen. Wenn sie ihren Rausch ausgeschlafen haben, können sie wieder davon fliegen.